Sind Depressionen erste klinische Zeichen einer sich entwickelnden Demenz?

Foto: Depression Günter Havlena /pixelio.de.

(lifePR) ( Wiehl, ). Es wird immer wieder vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Depressionen und Demenzen gibt. Allerdings existieren dazu keine eindeutigen wissenschaftlichen Ergebnisse. Mit Hilfe des von der Hirnliga e.V. vergebenen Stipendiums der Manfred-Strohscheer-Stiftung soll mehr Licht ins Dunkel gebracht werden.

„Eine der wichtigsten Leistungen der klinischen Alzheimer-Forschung der vergangenen Jahre besteht darin, dass diese neurodegenerative Erkrankung heute mit Hilfe von sogenannten Biomarkern schon im Stadium einer leichten kognitiven Störung diagnostiziert werden kann, deutlich bevor die geistigen Fähigkeiten so stark eingeschränkt sind, dass bereits eine Demenz vorliegt“, so die Vorsitzende der Hirnliga e.V., Prof. Isabella Heuser von der Charité Berlin.

Im jetzt geförderten Projekt von Frau Dr. rer. nat. Xiaochen Hu von der Uniklinik Köln sollen 40 Patienten der Spezialambulanz für Altersdepression an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie untersucht werden. Diese Patienten mit Altersdepression werden hinsichtlich der räumlichen Navigationsfähigkeit, der episodischen Gedächtnisfunktion, sowie weiteren kognitiven und klinischen Charakteristika verglichen.

Zusammen mit der Klinik für Nuklearmedizin der Uniklinik Köln werden positronen-emissions-tomographische [(PET)-Bildgebung] Verfahren angewendet, um die räumliche Aufteilung eines speziellen Eiweißes – dem Tau-Protein – im Gehirn in vivo bei Patienten zu visualisieren. Das Tau-Protein ist einer jener Biomarker, dessen Nachweis einen Hinweis auf eine präklinische Demenz geben kann.

Ziel des Projektes ist es zu untersuchen, ob Depressionen, die im Alter zum ersten Mal auftreten, als ein erstes klinisches Zeichen für eine sich entwickelnde Demenz vom Alzheimer Typ zu verstehen sind.

„Dieses Forschungsprojekt wurde von der Hirnliga gezielt ausgewählt, weil es sich um ein Projekt handelt, das sich direkt mit Patienten befasst. Dieser auch als klinische Forschung bezeichnete Bereich der Alzheimer-Forschung wird aus unserer Sicht viel zu wenig unterstützt“, so Prof. Heuser weiter.

Ausführlichere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich auf der Webseite der Hirnliga e.V.
www.hirnliga.de

Hintergrund zur Manfred-Strohscheer-Stiftung:
Die von Manfred Strohscheer gegründete und finanzierte Stiftung engagiert sich im medizinischen, kulturellen und sozialen Bereich. Die klinische Alzheimerforschung ist ein besonderes Anliegen von Herrn Strohscheer, der dieses Projekt mit großzügigen € 100.000 unterstützt.