Nürnberg: Premiere für Europas neuen „Medizintechnik-Gipfel“

Foto: Premiere: Aus mindestens 26 Ländern kommen die Aussteller der neuen Medizintechnik-Messe MedTecLIVE, die vom 21. bis 23. Mai im Messezentrum Nürnberg gemeinsam mit dem etablierten internationalen Medizintechnik-Kongress MedTech Summit stattfindet. Foto: obx-news/NürnbergMesse

Roboter, die die Pflege von Senioren übernehmen oder Kaugummis, die die Früherkennung von Krankheiten revolutionieren: Das Nürnberger Messezentrum ist vom 21. bis 23. Mai Gastgeber für die Medizintechnik-Innovationen von morgen. 

Nürnberg (obx) – Hochtechnologie im Operationssaal, die verstärkte Anwendung von Robotik in den Bereichen Reha und Pflege und die Nutzung anonymisierter Patientendaten bei der Weiterentwicklung von Behandlungs- und Therapieoptionen: Medizintechnik gilt heute als eines der wichtigsten Felder für die Gesundheitsforschung von morgen. Wichtiger Motor der vertieften Zusammenarbeit ist die NürnbergMesse. Diese ist in diesem Jahr erstmals Gastgeber einer neuen Netzwerkveranstaltung, die als Innovationsplattform den Expertenaustausch weiter beflügeln soll. Premiere feiert die neue Veranstaltung mit dem Titel „MedTecLIVE“ vom 21. bis 23. Mai. „Die NürnbergMesse  hat es sich zum Ziel gesetzt, damit  zur führenden Netzwerkplattform für die medizintechnischen Innovationen von morgen aufzusteigen“, sagt der NürnbergMesse-CEO Peter Ottmann.

„In einer alternden, gleichzeitig aber auch gesundheitsbewussteren Gesellschaft gewinnen Medizin und Medizintechnik zunehmend an Bedeutung“, sagt Alexander Stein, der bei der NürnbergMesse die neue MedTecLIVE verantwortet. Derzeit läuft die Anmeldephase auf Hochtouren. Die Resonanz in der Branche ist äußerst positiv: Rund 400 Aussteller werden erwartet. Etwa die Hälfte reist aus dem Ausland nach Nürnberg. Internationale Gemeinschaftsstände aus den Niederlanden, Österreich, Großbritannien und aus dem asiatischen Raum sind nach Messeangaben bereits bestätigt. „Wir erleben ein riesiges Interesse“, so Stein.

Das neue Forum soll den Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vollziehen, um das Zukunftspotenzial der Branche auszuschöpfen. Die Messe sieht sich nach Worten Steins nicht nur als Präsentationsforum, sondern auch als Ort, der den Grundstein für neue Netzwerke, vielversprechende Kooperationen und Innovationen legt. Im Fokus steht dabei die gesamte Prozesskette in der Herstellung von Medizintechnik, vom Prototypen bis zur Marktreife.

Nord-Bayern gilt in diesem Bereich europaweit als mitführend. Die Region ist heute einer der wichtigsten Forschungs- und Unternehmensstandorte Deutschlands in der Wachstumsbranche Medizintechnik. Fast jede zweite deutsche Patentanmeldung im Bereich Diagnostik/Chirurgie/Identifizierung stammt aus der Region Nürnberg/Erlangen. Rund 200 Unternehmen und mehr als 80 Institute an Hochschulen mit in Summe mehr als 16.000 Beschäftigten arbeiten mit Fokus auf die Medizintechnik. Viele von ihnen sind im „Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg“ zusammengeschlossen, eines von bundesweit insgesamt 15 Spitzenclustern. Medizintechnik-Unternehmen im Freistaat erwirtschaften nach Angaben des Bayerischen Wirtschaftsministeriums bereits heute eine Wertschöpfung von mehr als 15 Milliarden Euro jährlich.

Mit der neuen MedTecLIVE bündelt die NürnbergMesse ihre Kompetenz auf diesem Sektor. Bereits seit 2008 findet auf dem Nürnberger Messegelände regelmäßig der Medizintechnik-Kongress „MedTech Summit“ statt. 2017 feierte die „MT-CONNECT“ als Fachmesse für alle Zulieferungs- und Herstellungsbereiche der Medizintechnik von morgen Premiere. Die neue Plattform führt nun beide Foren zusammen. Dazu kooperieren die Franken mit dem aus Großbritannien stammenden und weltweit aktiven Messorganisator UBM. Dieser war bis einschließlich 2018 Gastveranstalter der MedTec in Stuttgart.

Die neue Messe soll nach Angaben der Veranstalter bereits im ersten Jahr zu einer „führenden Netzwerkplattform für die internationale Medizintechnik-Szene“ werden. Das neue Format zeigt schon heute, wie die Medizin von morgen aussehen könnte: Vernetzte Daten beispielsweise von Implantaten in der Cloud könnten helfen, Anzeichen von Herzinfarkten viel früher wahrzunehmen. Als Herausforderungen gelten in diesem sensiblen Bereich der Datenschutz und die Datensicherheit. Auch diesen Themen widmet sich der Branchentreffpunkt. Ebenfalls im Fokus stehen Neuheiten, von denen dank deutlich sinkender Produktionskosten und Komplexität zum Beispiel auch Patienten in Entwicklungsländern profitieren können: Dazu gehören Kaugummis oder Urintests, mit denen sich Krankheiten frühzeitig erkennen und gezielt behandeln lassen. Rund 55 Vorträge und Workshops an der Schnittstelle von Medizin und neuen Technologien wird der Kongress MedTech Summit in diesem Jahr bieten. Weitere Informationen: www.medteclive.com.