Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI): Die Influenzasaison hat bereits begonnen – Grippeimpfung immer noch sinnvoll

Foto: Grippeimpfung ©Tim Reckmann/ pixelio.de.

(lifePR) (Erlangen, November 2018) Die Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) ruft zu Beginn der diesjährigen Grippesaison dazu auf, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Dr. Matthias Gruhl, Vorsitzender der NaLI und Leiter der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg, weist darauf hin, dass die Impfung die wichtigste Präventionsmaßnahme vor einer Influenzaerkrankung ist. Sie bietet nicht nur Schutz für den Impfling selber, sondern trägt im besonderen Maße zum Gemeinschaftsschutz der Bevölkerung bei. Da bislang nur wenige Fälle registriert wurden und die jährliche Grippewelle meist erst zu Beginn des neuen Jahres beginnt, ist es für eine Impfung noch nicht zu spät. Dabei sollte man bedenken, dass der vollständige Impfschutz erst ca. zwei Wochen nach der Impfung erreicht wird.

Mit über 330.000 labordiagnostisch bestätigten Fällen verlief die letzte Grippesaison 2017/18 außergewöhnlich schwer. Die vorhergehende, starke Grippesaison 2016/17 (ca. 118.000 Fälle) und sogar die „Schweinegrippe“ 2009/10 (ca. 144.000 Fälle) wurden damit deutlich übertroffen. Da nicht jede Influenzaerkrankung auch gemeldet wird, kann davon ausgegangen werden, dass die reale Krankheitslast in den jeweiligen Influenzasaisons deutlich höher ist. So schätzt die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts, dass deutschlandweit ungefähr neun Millionen Arztbesuche und 45.000 Krankenhausaufenthalte in der vergangenen Saison 2017/18 auf eine Influenzaerkrankung zurückzuführen sind.

Während einer Grippesaison zirkulieren üblicherweise unterschiedliche Grippeviren, die zu den Influenza A-Viren (A/H1N1 und A/H3N2) und Influenza B-Viren (Victoria- und Yamagata-Linie) gehören. In welchem Ausmaß diese Viren auftreten, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. In der vergangenen Saison dominierten von Beginn an Influenza B-Viren der Yamagata-Linie. Jedoch enthielt der weltweit gebräuchlichste Dreifachimpfstoff, neben den beiden A-Komponenten, nur eine B-Komponente der Victoria-Linie. Da die Wirksamkeit der Impfung jedoch besonders auch vom Übereinstimmen der zirkulierenden Viren und der im Impfstoff enthaltenen Komponenten abhängt, gab die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut im Januar 2018 die generelle Empfehlung zur Verwendung eines aktuellen Vierfachimpfstoffs aus. Dieser Vierfachimpfstoff enthält neben den beiden A-Komponenten auch zwei B-Komponenten und verspricht daher einen besseren Schutz als der Dreifachimpfstoff. Die Kosten für eine Impfung mit dem aktuellen Vierfachimpfstoff werden durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die Influenzaimpfung ist besonders für Risikogruppen wie Personen ab 60 Jahren, Personen jeden Alters mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens und Schwangeren empfohlen. Dr. Gruhl betont: „Aufgrund des Gemeinschaftsschutzes sollten sich außerdem das medizinische Personal sowie weitere Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Personen fungieren könnten, impfen lassen.“