Jeder Zweite leidet an Knoten in der Schilddrüse – Mit Ultraschall Schilddrüsenknoten exakter identifizieren

Foto: Großeltern © Kim Heimbuch auf Pixabay

(lifePR) ( Leipzig, ). Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den weit verbreiteten Volksleiden. Schätzungen zufolge leidet zum Beispiel in Deutschland jeder zweite Patient über 60 Jahren an einem Knoten der Schilddrüse. Mit modernen Ultraschallverfahren können bösartige Schilddrüsenknoten besonders genau identifiziert werden. Wie das funktioniert und wie die Knoten per Ultraschall untersucht werden, erklären Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, den 17. Oktober 2019 in Leipzig im Rahmen des Dreiländertreffens der deutschen, österreichischen und Schweizer Ultraschall-Fachgesellschaften. Neueste Methoden der ultraschallbasierten Diagnostik werden auch Teil von zahlreichen Symposien und Sitzungen beim Kongress sein.

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit immenser Bedeutung. Die von ihr produzierten Hormone regulieren unzählige Stoffwechselprozesse im Körper – und wenn sie nicht richtig funktioniert, hat dies eine große Auswirkung auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen.

„Neben den funktionellen Störungen wie Unter- und Überfunktion kommt es häufig zu strukturellen Veränderungen der Schilddrüse, die sich in einer diffusen Vergrößerung oder auch in einer Knotenbildung äußern können“, erklärt Professor Dr. med. Peter Jecker, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Plastischen Kopf-Hals-Chirurgie am Klinikum Bad Salzungen und Präsident der DEGUM. Manche Patienten leiden an einem Dauerräuspern, an Schluckbeschwerden bis hin zur Atemnot. „Auch wenn derartige Knoten relativ häufig vorkommen, handelt es sich nur selten um bösartige Erkrankungen“, sagt Jecker.

Unter den bildgebenden Verfahren nimmt die Sonografie eine zentrale Stellung in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen ein. Da die Schilddrüse sehr oberflächlich im Hals gelegen ist und in der Regel nicht von Knochen oder lufthaltigen Organen überdeckt wird, ist sie für die Ultraschalldiagnostik sehr gut zugänglich. „Die hochauflösende Ultraschalltechnik ermöglicht heute bereits die Erkennung und die Differenzierung von Knoten, die kleiner als ein Zentimeter sind“, so der DEGUM-Präsident weiter. Dabei kann der Untersucher im Ultraschall feststellen, ob es sich möglicherweise um gut- oder bösartige Knoten handelt. „Heute steht uns beispielsweise mit der Elastografie vielerorts ein relativ neuartiges Verfahren zur Verfügung, dass für die Zukunft eine noch bessere Abklärung von Schilddrüsenknoten verspricht“, sagt Professor Jecker. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der man mittels Ultraschall die Festigkeit von Schilddrüsenknoten bestimmen kann. Bösartige Knoten unterscheiden sich im Härtegrad von den gutartigen.

Wegen seiner hohen Aussagekraft und seines breiten Einsatzgebietes hat der Ultraschall andere Bildgebungsverfahren in der primären Schilddrüsendiagnostik abgelöst. „Bei der Szintigraphie handelt es sich in erster Linie um eine Untersuchung, die Aussagen zur Schilddrüsenfunktion oder zur Hormonaktivität von Knoten ermöglicht“, betont Jecker. „Im Gegensatz zum Ultraschall ist hingegen die Aussagekraft bezüglich der Gut- oder Bösartigkeit von Schilddrüsenknoten geringer.“ Und auch bei der Punktion kommt der Ultraschall zum Einsatz: Die sogenannte ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion stellt eine schmerzfreie, risikoarme und effektive Methode der Zellprobengewinnung dar.

Die besonders exakte Diagnostik von Schilddrüsenknoten machen den Ultraschall zum Mittel der ersten Wahl bei Schilddrüsenerkrankungen.