Können berufstätige Rentner freiwillige AHV-Beiträge zahlen?

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Die Antwort auf eine Leserfrage zur AHV-Beitragspflicht.

Ich bin pensioniert, arbeite aber noch als Gemeinderat an meinem Wohnort. Dafür bekomme ich ein jährliches Gehalt von 13’000 Franken. Weil dies offenbar unter dem AHV-Freibetrag für Rentner liegt, werden mir davon keine AHV-Beiträge abgezogen. Meine Frau ist noch nicht im Rentenalter und daher nach wie vor beitragspflichtig. Ihre AHV-Beiträge werden nun auf meinem Vermögen und meinem Einkommen berechnet. Dadurch sind sie viel höher, als wenn sie von meinem Lohn abgezogen würden. Ist das die übliche Praxis, oder kann ich verlangen, dass mir die AHV-Beiträge vom Lohn erhoben werden? So wäre die Beitragspflicht meiner Frau auch erfüllt.

Das ist richtig. Wenn Sie als Erwerbstätiger wenigstens den doppelten AHV-Mindestbeitrag zahlen, wären die Beiträge Ihrer Gattin mitbezahlt. Der AHV-Mindestbeitrag liegt derzeit bei 478 Franken. Den doppelten Mindestbeitrag erreicht man mit einem Einkommen von 9334 Franken pro Jahr. Ihr Gemeinderatslohn von 13’000 Franken würde also ausreichen.

Nun liegt aber Ihr Lohn, wie Sie selber erwähnen, unter dem AHV-Freibetrag, von dem Sie als Rentner profitieren. Dieser beträgt 16’800 Franken pro Jahr. Der Freibetrag gilt nicht nur für Sie selber, sondern auch für Ihre Arbeitgeberin, da sie die Hälfte Ihrer Lohnbeiträge übernehmen müsste. Auf Einkommen unter dem Freibetrag werden keine AHV-Beiträge erhoben.

Kommt dazu: Der Freibetrag ist quasi zwingend. Es ist nicht möglich, freiwillig auf tiefere Einkommen AHV-Beiträge zu entrichten. Sie können deshalb nicht verlangen, dass Ihnen Beiträge vom Lohn abgezogen werden. Selbst dann nicht, wenn Sie bereit wären, den Anteil Ihrer Arbeitgeberin mit zu übernehmen.

Nur die Einkommensanteile, die über dem Freibetrag liegen, sind bei Rentnern AHV-pflichtig. Somit müssten Sie rund 26 000 Franken verdienen, um den doppelten AHV-Mindestbeitrag zu erreichen und so die Beitragspflicht Ihrer Frau über Ihren Lohn zu erfüllen.

Weil dies nicht der Fall ist, wird Ihre Frau von der AHV als Nichterwerbstätige erfasst. Sie zahlt somit Ihre AHV-Beiträge aufgrund von Einkommen und Vermögen.

Dabei geht die AHV bei verheirateten Personen folgendermassen vor: Alle Einkünfte werden zusammengezählt, unabhängig davon, wer von beiden sie erwirtschaftet. Die Summe wird mit dem Faktor 20 multipliziert, hinzu kommt das Vermögen beider Ehegatten. Der Gesamtbetrag wird anschliessend halbiert: Der daraus resultierende Betrag ist massgebend für den AHV-Beitrag Ihrer Frau. Wie hoch der ausfällt, lässt sich der Beitragstabelle für Nichterwerbs­tätige entnehmen.